Familienaufstellungen

 

 

Einzel-, Paar- und Familienaufstellungen

In der u. a. von Bert Hellinger weiter entwickelten Form der systemischen Familientherapie zeigen Familienaufstellungen, dass wir durch die Zugehörigkeit zu unserer Familie an die Schicksale der Angehörigen gebunden sind. So können wichtige Ereignisse in der Familie sich als Verstrickungen auf uns oder andere Familienmitglieder auswirken, ohne dass wir es wahrnehmen. Das kann sogar dann geschehen, wenn dies schon mehrere Generationen zurückliegt und ohne dass wir die betreffenden Personen gekannt haben.

Weiterbildung
Familienaufstellungen
in Overath

Laufender Einstieg
ist möglich.Solche Ereignisse können tragisch sein, wie z. B. früher Tod eines Familienmitglieds, schwere Krankheiten, Tod einer Mutter im Kindbett, Mord und Selbstmord etc. So wurde beobachtet, dass z.B. die Nachkommen einer Frau, die im Kindbett gestorben ist, häufig Beziehungsprobleme haben oder keine Kinder bekommen.

Manchmal wirken sogar Erlebnisse während des ersten oder zweiten Weltkrieges noch in der jungen Generation. Doch auch Adoption, eine anderweitige Ausgrenzung aus dem Familien-Verband (der Sippe) oder z.B. auch die Nichtachtung eines früheren Partners können sich auf andere Familienmitglieder auswirken.

Wird einem Angehörigen die Zugehörigkeit zur Familie verweigert, so reagiert eine besondere Instanz, die man mit dem Begriff „Sippengewissen“ gut beschreiben kann, hier sehr empfindlich und nimmt andere in der Familie in die Pflicht. Das führt dazu, dass diese sich unbewusst mit dem Ausgestoßenen identifizieren, um dessen Schicksal anzustreben.

Zum Ausgleich werden fremdes Leid, eine Schuld, psychische oder physische Krankheiten, berufliche oder persönliche Probleme übernommen bzw. entwickelt. Bei frühem oder tragischem Tod eines Menschen ist es sogar manchmal zu beobachten, dass ein nahestehender Angehöriger dem Verstorbenen folgen möchte. Auch dies geschieht aus Liebe und vollkommen unbewusst. In solchen Konstellationen wirken die sogenannten „magischen Bilder“, die in der kindlichen Seele entstehen, wie z.B. die Vorstellung, man könnte den Angehörigen damit retten, zurückholen oder dessen Leid mindern.

Unerklärliche Partnerschafts-Probleme können u.a. auch ihren Ursprung in der Generation der Eltern oder Großeltern haben. Wurde ein Konflikt zwischen Ehepartnern nicht direkt von den Beteiligten angegangen, übernehmen diesen dann die Nachkommen. Die Wut z.B. der Mutter auf den Vater wird dann später auf den eigenen Partner übertragen.

Bei einer Aufstellung wird sichtbar gemacht, was tief in der Seele wirkt und was bisher verborgen war. Hierzu werden Stellvertreter aus dem Kreis der Teilnehmer des Seminars ausgesucht und nach dem inneren Gefühl „in den Raum gestellt“. Von diesem Bild und wie die Stellvertreter sich an ihrem Platz fühlen, lässt sich schon einiges erkennen. In den nächsten Schritten wird dann das jeweilige Problem mit dem Klienten bearbeitet. Danach wird er auf den lösenden Platz im Familiengefüge geführt und alle, die dazugehören, erhalten ihren seelischen Frieden, ihre Würde und ihren guten Platz. Im Einklang mit sich und seiner Herkunft kann er so Kraft gewinnen. Was vergangen ist, darf nun vorbei sein, Versöhnung wird möglich und die Selbstheilungskräfte können besser fließen.

Auch traumatische Erlebnisse, wie z.B. Missbrauch oder Überfall, können mit einer Aufstellung sehr gut unterstützend bearbeitet werden.

Familienaufstellungen können insofern z.B. hilfreich sein bei:

  • Beziehungsproblemen;
  • Erziehungsschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten, wie z.B. Hyperaktivität, Lernstörungen, Kommunikationsschwierigkeiten, Essstörungen, Suchtverhalten etc.;
  • belastenden familiären Situationen wie z.B. Kinderlosigkeit, Adoption, Pflegekind, Scheidung, Aufwachsen ohne Elternteil;
  • traumatischen Erlebnissen wie z.B. Missbrauch, Überfall etc.;
  • schwerer Krankheit, bei Behinderung oder Tod von Angehörigen einen guten Weg der Anteilnahme und Abgrenzung zu finden;
  • als Unterstützung für den Heilungsprozess bei seelischen und körperlichen Erkrankungen;
  • bei persönlichen Problemen, wie z.B. für Menschen, die sich schlecht abgrenzen können oder die sich zu wenig um ihre eigenen Bedürfnisse kümmern;
  • bei beruflichen Problemen etc.

Beispiel für ein Genogramm (Herkunftsfamilie “Mustermann”)

 

Erläuterungen dazu:

(1) Ging in das Kloster, unehelich.
(2) Franz, Mönch
(3) Ging in das Kloster.
(4) Geistig stark behindert, starb sehr früh.
(5) Im Krieg gefallen, sollte Priester werden.
(6) Wurde aus der Familie ausgestoßen.
(7) Diese Schwestern gingen in das Kloster.
(8) Gestorben durch Selbstmord.
(9) Sehr früh gestorben.

 

Abkürzungen:

V - Vater | M - Mutter | VV - Vater des Vaters | MV - Mutter des Vaters |
VM - Vater der Mutter | MM - Mutter der Mutter | 1 - Erstes Kind (Sohn) |
2 - Zweites Kind (Franz) | 3 - Drittes Kind (Sohn) | 4 - Viertes Kind (Tochter) |
5 - Fünftes Kind (Sohn) | 6 - Sechstes Kind (Tochter)
HSrV - Halbschwester des Vaters | 1. BM - Erster Bruder der Mutter
2. BM - Zweiter Bruder der Mutter | 2. SrM - Zweite Schwester der Mutter
3. SrM - Dritte Schwester der Mutter | 3. BM - Dritter Bruder der Mutter
4. SrM - Vierte Schwester der Mutter

(Soweit Namen verwendet werden, sind diese frei erfunden)